13. September 2019: Welt-Sepsis-Tag

Was die Blutvergiftung so gefährlich macht

Eine Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt, ist die schlimmste Verlaufsform einer Infektion. Das Krankheitsbild wird häufig nicht erkannt und kann lebensbedrohlich sein. „Sepsis ist ein Notfall, der umgehend professionell behandelt werden muss“, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Er erklärt, bei welchen Symptomen Sie den Rettungsdienst rufen sollten.

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Infektion außer Kontrolle

„Einer Blutvergiftung geht stets eine lokale Infektion voraus“, erklärt Dr. Schenkel. Im Fall der Sepsis wird sie meist von Bakterien verursacht – beispielsweise in Form einer entzündeten Wunde oder einer Lungen- oder Blasenentzündung. Normalerweise ist unser Immunsystem in der Lage, eine lokale Infektion direkt am Entzündungsherd einzudämmen. „Gelingt dies nicht, können sich die Erreger im Körper ausbreiten.“ Als Folge kann das Immunsystem überaktiviert werden. „Es greift dann nicht nur die Erreger an, sondern auch körpereigene Zellen.“ Wird die Sepsis nicht früh genug behandelt, kann sie zu Gewebeschäden, Schock, mehrfachem Organversagen und letztlich zum Tod führen. Rund ein Sechstel der Patienten, die eine Sepsis überleben, leidet danach unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Zu diesen gehören zum Beispiel Nerven- und Muskelschädigungen, chronisches Nieren- und Leberversagen oder Konzentrationsschwäche. Ebenso möglich sind psychische Spätfolgen wie ein posttraumatisches Belastungssyndrom.

Weitere Infos erhalten Sie bei der Sepsis Stiftung unter www.sepsis-stiftung.eu sowie der UPD unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 22.

Notruf 112 alarmieren

Die Diagnose Sepsis wird häufig verspätet gestellt, da die Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Zu ihnen zählen Fieber oder Schüttelfrost, schnelle Atmung, ein extremes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit sowie verfärbte Arme und Beine. „Treten zwei oder mehr dieser Symptome auf, sollte sofort der Rettungsdienst unter der 112 gerufen werden“, sagt Dr. Schenkel. Zur Therapie, die meist auf der Intensivstation erfolgt, gehört die Gabe von Antibiotika. „Wichtig ist zudem, die Entzündungsursache zu ermitteln und gezielt zu behandeln.“

Verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel Impfungen, können dabei helfen, Infektionen vorzubeugen – und somit auch das Risiko für eine Sepsis senken. „Bestimmten Risikogruppen wird zum Beispiel eine Impfung gegen die saisonale Grippe sowie gegen Pneumokokken empfohlen, die eine bakterielle Lungenentzündung auslösen können“, sagt Dr. Schenkel. „Die Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für die Entwicklung einer Sepsis.“

Quelle: 
A&O Gesundheit Medien- und Verlagsgesellschaft mbH,
12.09.2019

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